Mass Effect Wiki
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Infos zum Quest-Design, der Open World und wie Dragon Age: Inquisition die Entwicklung beeinflusste: Biowares General Manager Aaryn Flynn wurden neue Details zu Mass Effect: Andromeda entlockt.

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Zum zweiten Jahr in Folge durften sich Fans während der Pressekonferenz von Electronic Arts über einen Auftritt des nächsten Teils der Mass Effect-Reihe freuen. Wie aber schon auf der E3 2015 hielt sich Entwickler BioWare mit konkreten Informationen zu Mass Effect: Andromeda eher bedeckt und zeigte statt einem Story- oder Gameplay-Trailer lediglich Ingame-Schnipsel, die uns einen ersten Eindruck vom Spielgefühl verschaffen sollen.

Während sie gemeinsam mit den Behind-The-Scenes-Momenten zwar etwas Licht ins Dunkel um Mass Effect: Andromeda brachten, hätten sich viele Fans sicherlich mehr gewünscht. Das haben wir uns auch gedacht und haben uns aus diesem Grund BioWares General Manager Aaryn Flynn geschnappt - und ihm einige neue Details zu Andromeda entlockt.

Neue Welten, Open World und spielerische Freiheit
Unter anderem erklärte er uns ein wenig mehr darüber, was es mit dem großen Universum von Mass Effect: Andromeda auf sich hat. Obwohl BioWare uns mit dem vierten Teil der Reihe in eine neue, viel größere Galaxie erschließen will, soll sich das Spiel wieder mehr am ersten Mass Effect orientieren. Ähnlich wie zu Beginn der Science-Fiction-Saga wird auch Andromeda noch unentdeckte Welten bieten, die erkundet werden wollen. So soll vor allem ein Gefühl der Faszination für die Fremdartigkeit und all die neuen Dinge des Universums geweckt werden.

Im Gegensatz zum ersten Teil betreten wir jedoch Gebiete, die noch kein Mensch zuvor gesehen hat - schließlich ist die gesamte Galaxie noch weitestgehend unerforscht. Somit sind wir diejenigen, die zum ersten Mal einen Fuß in diese neuen, fremden Welten setzen. Dabei wird uns unter anderem eine komplett überarbeitete Version des Makos begleiten, das gepanzerte Gefährt, das wir bereits aus dem ersten Spiel kennen und lieben - oder hassen.

Das Universum von Mass Effect: Andromeda wird nicht nur größer, sondern auch offener sein. Erstmals in der Reihe wird Mass Effect demnach eine Open World erhalten. Wie diese aussehen wird, wollte uns Aaryn Flynn noch nicht verraten, allerdings fand er beruhigende Worte auf die Frage, wie sie es vermeiden wollen, nicht in typische Open-World-Fallen zu tappen und uns in Fetch-Quests á la Dragon Age: Inquisition versumpfen zu lassen:

"Wir haben eine Menge von Inquisition und ähnlichen Spielen mit dieser Art von Gameplay gelernt. Wir geben unser bestes und ich denke, dass wir einige richtig coole Idee haben. Mass Effect hat eine lange Geschichte mit Dingen wie dem Mako und Beziehungen, die uns Guten Stoff für Quests und andere interessante Dinge geben, die nicht nur Fetch Quests sind. (So wie) Dinge zum Wohl der Beziehungen erkunden. Etwas, das narrativ bedeutungsvoller ist."

Wie Dragon Age: Inquisition die Entwicklung beeinflusste
Dragon Age: Inquisition beeinflusste die Arbeit an Mass Effect: Andromeda auf zwei Arten, wie Aaryn Flynn erklärt. Einmal im Bezug auf das Open-World-Design, die narrative Struktur und das Quest-Design - sowohl im Positiven wie im Negativen. Offenbar hat sich das Team nicht nur das Lob, sondern vor allem die Kritik zu Inquisition zu Herzen genommen und lässt diese in ihr neuestes Spiel einfließen. Ebenfalls Einfluss genommen hat die Arbeit mit der Frostbite-Engine. Dragon Age: Inquisition ist das erste Spiel des Studios, das auf dieser Engine basiert und die Erfahrungen, die sie damit sammelten, sollen nun Andromeda zu Gute kommen.

Die Frostbite-Engine sorgt in Mass Effect: Andromeda für eine beeindruckende Optik. Nichts in der E3-Präsentation war vorgerendert, alles stammt direkt aus dem Spiel. Keine Selbstverständlichkeit, denn die Arbeit abseits des Shooter-Genres sei immer wieder eine Herausforderung für die Engine, gerade wenn es sich um Open-World-Spiele handelt. Ziel sei es, das die Frostbite-Engine mit jedem Spiel größer, besser und flexibler wird. Das sorge zwar für ein paar Wachstumsschmerzen, allerdings bezeichnet Aaryn Flynn sie als positiv, denn sie würde nicht nur die Engine, sondern auch die Entwickler besser machen.


Der Spagat zwischen der Trilogie und Andromeda
Natürlich konnten wir es auch nicht lassen, Flynn zumindest ein wenig auf das kontroverse Ende von Mass Effect 3 anzusprechen und darauf, wie sie in Andromeda mit dessen Fallout umgehen wollen. Flynn bestätigt, dass es eine Herausforderung gewesen ist, allerdings gäbe ihnen Andromeda ein wenig Flexibilität zurück. Sie müssten einen Balanceakt hinlegen, um dafür zu sorgen, dass Spieler der Shepard-Trilogie dennoch das Gefühl hätten, die ersten drei Spiele erlebt zu haben. Wie das genau aussieht, wollte er leider nicht verraten, allerdings scheint er zuversichtlich, dass es dem Team geglückt ist, die Gratwanderung zwischen neu und alt zu meistern. Ob das nun heißt, dass wir in Mass Effect: Andromeda bekannte Gesichter sehen werden oder lediglich Hinweise auf vergangene Ereignisse finden werden, bleibt abzuwarten. Ebenso unklar bleibt, ob sie in Andromeda auf das Ende der Trilogie anspielen, oder ob sie genau das vermeiden.

Wir sind diesmal die Aliens
Das grundlegende Thema von Mass Effect: Andromeda scheint ein Neuanfang in einer vollkommen neuen Galaxie zu sein, die wir nach einer neuen Heimat für die Menschheit absuchen. Wie im während der E3 veröffentlichten Video angedeutet, sind dieses Mal wir die Aliens in dieser neuen Galaxie. Okay, in gewisser Weise traf das auch auf das erste Mass Effect zu, schließlich war damals die Menschheit die jüngste Rasse, die ihren Zugang in die galaktische Gemeinschaft fand. Allerdings sei der Fokus auf diesen narrativen Aspekt dieses Mal viel stärker:

"Ja, das stimmt, etwas früher im Mass-Effect-Universum gab es eine Zeit, in der die Menschen zum ersten Mal Mass Relays benutzt und festgestellt haben, dass es noch andere Rasse gibt, aber auf Andromeda trifft das noch viel mehr zu. Es ist ein Kernthema der Handlung. Wir versuchen wirklich das Storytelling durch die Linse zu beleuchten wie es wäre, wenn wir die Aliens sind, die an einen neuen Ort kommen und welche Entscheidungen wir treffen würden - positiv wie negativ."

Nachdem die Shepard-Trilogie mit Mass Effect 3 ihr Ende fand, präsentiert uns Mass Effect Andromeda einen völlig neuen Helden respektive eine völlig neue Heldin. Bemerkenswert: Als wir in der E3-Präsentation das erste Mal einen Blick auf den neuen Hauptcharakter von Mass Effect: Andromeda werfen durften, präsentierte uns BioWare einen weiblichen Helden - ein Schritt, der viele Fans überraschte und freute, da FemShep, wie die weibliche Version von Commander Shepard gern genannt wurde, im Marketing der ersten Trilogie eine sehr untergeordnete Rolle spielte. Mit Andromeda soll sich das allerdings ändern, wie Aaryn Flynn verriet. Deshalb sei die Entscheidung darauf gefallen, die Heldin des Spiels zuerst zu präsentieren.

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Der Andromeda-Charakter wird, wie es erste Gerüchte vermuten ließen, tatsächlich Ryder heißen. Den Vornamen dürfen wir natürlich selbst wählen. Sollten wir uns für einen weiblichen Helden entscheiden, trägt sie (vorerst) den Namen Jenn Ryder, Codename: femalepathfinder1, wie wir kurze Zeit später von einem Insider erfahren. BioWare führt also die Tradition der mit J beginnenden Namen weiter. Wer möchte, darf nun spekulieren, wie Jenn Ryders männliches Äquivalent heißt.

Sorgen über die Entwicklung seien unbegründet
Wer während der EA-Pressekonferenz ein Auge auf Twitter geworfen hat oder die letzten Monate die Entwicklung von Mass Effect: Andromeda verfolgt hat, der wird bemerkt haben, dass sich bei Fans und einigen ehemaligen Entwicklern gleichermaßen Sorgen um das Science-Fiction-RPG aufgetan haben. Nicht nur, dass sich BioWare schon zum zweiten Jahr in Folge dazu entschieden hat, kein Gameplay auf der E3 zu zeigen und auch ein richtiger Trailer bisher noch fehlt; in den vergangenen Wochen und Monaten machte das Studio vor allem dadurch Schlagzeilen, dass viele bekannte Gesichter das Andromeda-Team verließen. Unter anderem warfen Lead Writer Chris Schlerf und Senior Development Director Chris Wynn das Handtuch. Das sorgte für Wirbel. Angeblich verlaufe die Entwicklung von Andromeda schlecht. Laut Aaryn Flynn sind die Sorgen allerdings unbegründet.

"Leute verlassen immerzu Enwicklerteams. Wir hatten einige Leute, die gegangen sind, und die sehr bekannt waren, weil sie eigene Twitter-Profile haben und darüber gesprochen haben, Teil von Mass Effect zu sein, und die sich dafür entschieden haben, weiter zu ziehen. Ich glaube, das hat zu einer ungünstigen Situation geführt, in der es eine Menge Raum dafür gibt, negativ über die Bemühungen unseres Teams zu sprechen. Ich habe viel Zeit damit verbracht, ihre Arbeit zu überprüfen und ihre Arbeit ist außergewöhnlich und sie tun eine Menge coole Dinge. Und in Verbindung mit einer Menge anderer Marketing-Angelegenheiten sind wir sehr zurückhaltend, wir haben noch etwas mehr Zeit, um zurückhaltend zu sein bis wir im Herbst mehr zeigen, womit ihr hoffentlich sehr glücklich sein werdet."

Im Herbst? Also am jährlichen N7-Day am 7. November?

"Der (N7 Day) ist im Herbst, oder? Ich glaube schon!"

Wir dürfen also spätestens am 7. November 2016 neue Infos zu Mass Effect: Andromeda erwarten, das im Frühjahr 2017 erscheinen soll.

Quelle: GameStar